Eine Cloud-Telefonanlage steuert deine Anrufe innerhalb des Unternehmens: Nebenstellen, Warteschleifen, die IVR, die Linkus-Apps. Um jemanden draußen zu erreichen, braucht sie einen SIP-Trunk: eine Telefonleitung über das Internet, auf der deine Rufnummern liegen. Sitzt dein Team in Deutschland, kommt der Trunk meist von einem deutschen Anbieter, und ein paar deutsche Regeln entscheiden, welche Nummern du bekommst und wie Anrufe aussehen müssen. (Der Begriff ist neu für dich? Fang mit Was ein SIP-Trunk ist an.)
Was ein deutscher SIP-Trunk deiner PBX bringt
Ein Trunk liefert drei Dinge:
- Rufnummern. Einzelnummern oder einen Rufnummernblock mit Durchwahl (in Angeboten oft Anlagenanschluss mit Durchwahl genannt), sodass jede Nebenstelle ihre eigene Direktnummer haben kann.
- Kanäle. Wie viele Gespräche gleichzeitig über den Trunk laufen können.
- Den Weg nach draußen. Ausgehende Anrufe ins Festnetz, in die Mobilfunknetze und ins Ausland sowie das Routing von Notrufen an 110 und 112.
Die PBX hält deine Nutzer und Anrufabläufe. Der Trunk ist die Brücke zu allen anderen.
Ortsnetznummern und der Ortsnetzbezug
Deutsche geografische Rufnummern (Ortsnetzrufnummern, also die mit einer Ortsvorwahl wie 030 oder 089) gehören zu einem Ortsnetz. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) legt die Regeln fest, und wenn ein Anbieter eine solche Nummer an einen Kunden gibt, muss er diesen Ortsbezug beachten. Die Zuteilungsregeln der BNetzA schauen darauf, wo dein Wohnsitz oder Firmensitz liegt, und regelwidrig vergebene Nummern müssen abgeschaltet werden.
In der Praxis heißt das:
- Rechne damit, dass dein Anbieter eine Adresse im Ortsnetz verlangt, manchmal mit einem Nachweis.
- Du ziehst in eine andere Stadt? Eine Ortsnetznummer kommt dann womöglich nicht mit.
- Du willst eine Nummer für ganz Deutschland? Dafür gibt es nationale (0)32-Rufnummern ohne Ortsbezug. Manchen Anrufern sind sie weniger vertraut als eine Ortsvorwahl — überleg also, wer dich anruft.
Nummer behalten: Portierung in Deutschland
Du kannst deine bestehende Nummer zu einem neuen Anbieter mitnehmen, egal ob von ISDN, einem analogen Anschluss oder einer anderen VoIP-Leitung. Das deutsche Recht (§ 59 TKG) legt die wichtigsten Regeln fest:
- Deine Nummer wird am vereinbarten Tag umgeschaltet, spätestens am folgenden Werktag.
- Beim Anbieterwechsel darf dein Dienst nicht länger als einen Werktag ausfallen. Passiert das doch, schuldet dir der alte Anbieter für jeden weiteren Tag eine Entschädigung.
- Die BNetzA sorgt dafür, dass du für die Portierung selbst keine direkte Gebühr zahlst.
- Du kannst die Portierung noch bis zu einem Monat nach Ende deines alten Vertrags beantragen.
Die Portierung startest du beim neuen Anbieter, nicht beim alten. Ortsnetznummern bleiben in ihrem Ortsnetz. Unser Leitfaden zur Portierung einer Firmennummer geht die Schritte durch.
Rufnummernanzeige: was deine PBX senden darf
Das deutsche Recht ist streng, was die angezeigte Nummer deiner Anrufe angeht. Nach § 120 TKG:
- Ein ausgehender Anruf muss eine vollständige deutsche Rufnummer tragen, die dir für diesen Dienst zugeteilt ist.
- Eine zusätzliche Nummer (etwa die Nummer deiner Zentrale oder eine Mobilnummer, oft als CLIP no screening verkauft) darfst du nur senden, wenn du das Recht hast, sie zu nutzen, und es muss eine deutsche Nummer sein.
- Erreicht ein Anruf mit einer deutschen Nummer das deutsche Netz aus dem Ausland, wird die Nummer unterdrückt (außer bei Mobiltelefonen im Roaming).
Was das für dich heißt: Schick deine deutschen Nummern über einen Trunk, der Anrufe ins deutsche Netz übergibt — normalerweise ein deutscher Anbieter. Ein billiger ausländischer Trunk, der deine deutsche Nummer anzeigt, kommt bei deinen Kunden womöglich als „Unbekannt" an. Das ist eine Zusammenfassung, keine Rechtsberatung. Wenn die Rufnummernanzeige für dein Geschäft wichtig ist, kläre die Details mit deinem Anbieter.
Eine Checkliste, bevor du unterschreibst
| Prüfen | Warum es wichtig ist |
|---|---|
| Kanäle | Genug für deine geschäftigste Stunde. Bei PBXfactory legt die Zahl der Seats außerdem fest, wie viele Gespräche deine PBX gleichzeitig führt — stimm beides aufeinander ab. |
| Rufnummern | Einzelnummern oder ein Block mit Durchwahl, im Ortsnetz, das du brauchst. |
| Portierung | Kann der Anbieter deine bisherigen Nummern portieren, und kümmert er sich darum? |
| Notrufe | Wie Anrufe an 110 und 112 geroutet werden und welche Adresse für deinen Standort hinterlegt ist. |
| Codecs | G.711 A-law ist der europäische Standard. Frag, was sonst noch unterstützt wird. |
| Anmeldeverfahren | Registrierung mit Benutzername und Passwort oder IP-basiert. Beides funktioniert mit Yeastar. |
| Vertrag | Kündigungsfrist, Mindestlaufzeit, Preis pro Kanal oder pro Minute. |
| Support | Erreichbarkeit, Sprache und wie schnell bei Störungen reagiert wird. |
Anbieter auf Yeastars zertifizierter Liste
Yeastar führt eine Liste von SIP-Trunk-Anbietern, die es in Deutschland getestet hat. Achte auf die Produktspalte. Nicht jeder Eintrag wurde mit der P-Series Cloud Edition getestet, die du bei PBXfactory nutzt. Damit getestete Anbieter wie DIDWW kommen mit einer fertigen Vorlage in der PBX: Du trägst deine Kontodaten ein, und die meisten Einstellungen stimmen schon. Ein Anbieter, der nicht auf der Liste steht, kann über Standard-SIP trotzdem funktionieren. Du trägst dann nur mehr Einstellungen selbst ein.
Bei PBXfactory
Wir verkaufen keine SIP-Trunks und keine Rufnummern. Du wählst den Anbieter, der zu dir passt, und fügst den Trunk im Admin-Panel deiner PBX hinzu. Die Portierung läuft über diesen Anbieter. Trunks einzurichten ist Teil der PBX-Konfiguration und gehört deshalb nicht zu unserem inklusiven Support. Yeastars Dokumentation erklärt es, und wenn du es lieber nicht selbst machst, erledigt es unser Setup-Assist-Paket mit dir zusammen.